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Altbezirk Neukölln

Unser 20. Bezirk

Wer kann eine Antwort auf die Frage geben, warum der Berliner Altbezirk Neukölln unser Wirtschafts-, Lebens- und Arbeitsraum ist?

Unsere Kiezläufer können es, denn sie behalten in unserem Altbezirk Neukölln täglich den Überblick: 1273 Strassenzüge, 6867 "visuelle" Gewerbetreibende bzw. potenzielle Arbeitgeber, bei den Gewerbe-Leerständen und seinen Firmengründungen. Stand 01/2010

Eigenes Geo-Marketing von EFM seit 2003

Wissenwertes über den Bezirk Neukölln

Geschichte / Daten und Fakten / Sehenswürdigkeiten

Die Stadt Berlin ist aus den Siedlungen Berlin und Cölln entstanden. Im Laufe der Jahre ist Berlin immer größer geworden, indem einzelne Siedlungen hinzugefügt und auch umliegende Dörfer und Städte eingemeindet wurden. Neukölln war bis 1920 eine eigenständige Stadt und wurde erst dann zu Berlin eingemeindet. Davor hieß Neukölln Rixdorf. Man schämte sich aber für den Namen, weil er mit frivoler Unterhaltung gleichgesetzt wurde.
Auch heute hat Neukölln leider nach außen ein negatives Image. Die Medien berichten häufig ausschließlich von sozialen Problemen, die sich durch die hohe Arbeitslosigkeit, eine große Zahl junger Schulabbrecher und Perspektivlosigkeit ergeben. Von den schönen Seiten, kleinen feinen Cafés, netten Parks und kulturellen Veranstaltungen wird so gut wie nie berichtet.


Hermannplatz
Im Gegensatz zu vielen anderen Plätzen ist der Hermannplatz nicht Ausgangspunkt oder Zentrum einer Siedlung. Der Hermannplatz ist eigentlich ein Stück Straße, das sich zwischen zwei Wegbiegungen (später Kreuzungen) zu einem Platz entwickelte. Heute treffen sich hier drei der größten Straßen Berlins. 1882 fuhren hier bereits an einem Tag 750 Kutschen vorbei und 8.000 Personen liefen über den Platz. Gut hundert Jahre später zählte man allein an der Kreuzung (Karl-Marx-Straße /Hermannstraße /Hasenheide) 1.580 Fahrradfahrer in zwölf Stunden.

Bereits 1737 entstand hier das Wirtshaus Rollkrug. Da die Gaststätte lange Zeit die einzige an diesem Platz war, nannte man ihn „Platz am Rollkrug“. Doch im 19. Jahrhundert kamen immer mehr Gaststätten und andere Etablissements hinzu, so dass ein richtiges Vergnügungsviertel entstand. Auch der Rollkrug war das, was man heute als Schmuddel-Kneipe bezeichnen würde. Männer kamen dort hin um sich mit freizügigen Frauen zu vergnügen und natürlich um viel zu trinken. Es wurde tätowiert. 1885 hatte der Rollkrug einen so schlechten Ruf, dass sogar der Platz in Hermannplatz umbenannt wurde. (Nach Hermann dem Cherusker, Varusschlacht im Teutoburger Wald 9.Jhd, nach Christus). In der Zeit entstanden auch jede Menge Wohnhäuser rund um den Platz. 1907 wurde der Rollkrug endgültig abgerissen und machte Platz für ein Geschäftshaus.

Karstadt-Haus
Das Karstadt-Gebäude galt seinerzeit, Anfang des 20.Jhd., als das modernste Kaufhaus Europas. Auf neun Etagen (davon zwei unterirdisch) standen 72.000 qm Nutzfläche zur Verfügung, 24 Rolltreppen verbanden die Etagen. Weiterhin gab es 24 Personen-, 13 Speise- und acht Lasten-Aufzüge, von denen einer komplett beladene Lastwagen in die fünfte Etage zur Lebensmittelabteilung befördern konnte. Der Bau soll wegen seiner Kalkfassade und seiner vertikalen Gliederung an die Hochhausarchitektur aus New York erinnert haben.

Außerdem gab es auf einem riesigen Dachgarten Platz für 500 Personen, die dort bei Musik den Ausblick über Neukölln und Kreuzberg genießen konnten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Karstadthaus von Bomben verschont, dennoch wurde es kurz vor Kriegsende 1945 zerstört. Es ist bis heute nicht endgültig belegt, ob der Bau durch Sprengung oder Brandstiftung vernichtet wurde. Sicher scheint nur, dass das Gebäude und die darin lagernde Lebensmittel, nicht in die Hände der heranrückenden Roten Armee fallen sollte und es deshalb von der Waffen-SS zerstört wurde.

Weil aber ein kleiner Gebäudeteil an der Straße Hasenheide als einziger erhalten blieb, konnte im Juli 1945 der Verkauf weitergehen. Fünf Jahre später begann man mit dem Wiederaufbau. Zwar wurde ab und zu noch am Gebäude rumgewerkelt, es wurde modernisiert, überarbeitet und umgebaut, aber im Grunde ist es das Gebäude, welches heute noch steht.

Nur der Vollständigkeit halber: Eine Bronzeplastik (mitten auf dem Hermannplatz) zeigt das „Rixdorfer Tanzpärchen“. Joachim Schmettau hat es zur Eröffnung der Bundesgartenschau Britzer Garten 1985 gestaltet.

Sonnenallee
Die Sonnenallee ist eine Straße in Berlin, die vom Ortsteil Neukölln nach Treptow-Köpenick (Ortsteil Baumschulenweg) führt. Dabei führen aber 4,5 km durch Neukölln und nur 400 Meter liegen in Treptow.

Das Gebiet der Straße war am Ende des 19. Jahrhunderts von Armut geprägt. In den 1930ern wurde hier eines der ersten Arbeitsämter Deutschlands (Arbeitsamt Ost) eröffnet. Heute kann man es nicht sehen: Das letzte Stück der Straße (die 400m in Treptow) war zu DDR-Zeiten von der Mauer abgeschnitten. Hier befand sich ein innerstädtischer Grenzübergang. Nicht so bekannt wie der Checkpoint Charlie, aber vergleichbar. An diesem innerstädtischen Grenzübergang gelangten am 9. November 1989 viele DDR-Bürger in den Westen.

Auf Ost-Seite der Sonnenallee befand sich ein kleiner Laden, in dem es West-Produkte gab: Jeans oder Farbfernseher zum Beispiel.

Es wäre langweilig, wenn die Straße schon immer Sonnenallee geheißen hätte. Als sie 1880 angelegt wurde, hieß die Straße schlicht Straße 84. Nach dem Tod des Kaisers Friedrich Wilhelm im Jahr 1888 wurde die Straße zu seinen Ehren im Jahr 1893 Kaiser-Friedrich-Straße benannt. Dann wurde die Straße weiter ausgebaut und man nannte die Straße in Sonnenallee um. Als Hitler sich dann die Regierungsmacht angeeignet hatte, hieß die Straße nach seinem Geburtsort (Braunau am Inn) Braunauer Straße.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße am 31. Juli 1947 wieder nach der Sonne benannt.

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